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ohne Rassismus

 FOS BOS Weiden ist ”Schule ohne Rassismus”

Was an dieser Schule schon lange gelebte Realität ist, erhält nun ein offizielles Etikett. Am 21.4.2010 gab sich lokale und internationale Prominenz ein Stelldichein in der Luitpoldstraße, um die Gustav-von-Schlör-Schule zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ auszurufen. Der Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß dankte der Schulfamilie „für das sichtbare Signal, das sie damit gesetzt haben“.

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Ziel der Stadt sei es, „alles zu mobilisieren, um den braunen Spuk wegzubringen“. Der Gründer der „Kinderhilfe Afghanistan“, Dr. Reinhard Erös, erinnerte an seinen „Kampf gegen Fundamentalismus, Islamismus und Terrorismus in Afghanistan“. „Diese ‚-ismen’ missachten die Würde des Menschen und verstoßen somit gegen Artikel 1 unseres Grundgesetzes“, so Erös. Mit seinem Vortrag im vergangenen Jahr hat der Regensburger die Schüler offenbar so beeindruckt, dass sie ihn als Paten für ihre Aktion auswählten. Dr. Erös nahm dankend an und betonte: „Wer Bildung besitzt, fällt weniger auf die Rattenfänger herein.“ Er forderte dazu auf, couragiert gegen Diskriminierung vorzugehen. Erös ist überzeugt, „dass die Demokratie weniger von ihren Feinden als durch die Feigheit der Demokraten bedroht wird.“

Für Schulleiter Emil Gruber wird die Verbindung zwischen seiner Schule und Erös’ Kinderhilfe Afghanistan  in deren Zielsetzung ‚Bildung statt Fundamentalismus’  deutlich. „Das gilt hier wie dort“, sagte der Oberstudiendirektor. Er forderte „Mut zum Entgegentreten, wenn Nazisymbole auftauchen, Türken- oder Judenwitze erzählt oder ausländische Schüler gehänselt werden.“ Glücklich ist Emil Gruber über den Umstand, dass „unsere Schule bisher von diesen Formen der Unduldsamkeit verschont blieb und sich das Zusammenleben sehr harmonisch gestaltet.“ Immerhin setzt sich die rund 1000-köpfige Schülerschaft der Beruflichen Oberschule Weiden aus 22 verschiedenen Nationalitäten zusammen. Die Mehrheit der Oberpfälzer verträgt sich offenbar sehr gut mit Schülern türkischer, libanesischer, irakischer, vietnamesischer sowie diverser europäischer Herkunft. Als Sprecherin des Aktionsbündnisses ‚Weiden ist bunt’ lobte Stadträtin Marieluise Deyerling die Schüler, dass sie sich den sensiblen Umgang miteinander vorgenommen hätten und aktiv gegen alle Formen der Diskriminierung vorgehen wollten.

Carolina Falge und Wolfgang Zehend von der Schülermitverantwortung (SMV) erinnerten daran, wie ihre Organisation 2008 daran ging, sich ins Netz der ‚Schulen ohne Rassismus’ einzuklinken. Die Mitgliedschaft solle auch zum Ausdruck bringen, „dass an unserer Schule nicht nur gelernt wird, sondern auch soziale Kompetenzen und Werte gefördert werden.“ Zahlreiche Projekte wie  ‚Die soziale Stadt’, ein ‚Holocaust-Gedenktag’ und ein Theaterspiel seien bereits durchgeführt worden. Diese wurden von beteiligten Schülern/innen eindrucksvoll vorgestellt oder in Szene gesetzt. Als künftige Projekte wurden ein Kulturtag sowie ein Sommerfest der Kulturen genannt. Stellvertretende Schulleiterin Gabriele Dill berichtete von der von ihr ins Leben gerufenen Partnerschaft mit einer Schule in Israel.

In Anwesenheit des Ministerialbeauftragten Dr. Friedrich Heyder überreichte Stefan Lutz-Simon als Landeskoordinator Nordbayern des Netzes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ das entsprechende Schild, welches von nun an die ebenso beliebte wie erfolgreiche Weidener Bildungsstätte schmücken wird.

Autor: W. Meierhöfer