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ohne Rassismus

Schule ohne Rassismus - Gedenkfeier in Marienbad

ohne Rassismus
Weiden ist bunt

Am Abend des 10. November 2011 wurde in Marienbad ein Gedenkstein für die ermordeten Marienbader Juden und die niedergebrannte Synagoge eingeweiht. Vertreter unserer Schule (Schülersprecherin der FOS Jennifer Lindner, Stellv. Schulleiterin G. Dill)  nahmen daran mit einer Abordnung der Stadt Weiden teil (u. a. Frau Marie-Luise Deyerling, Sprecherin des Aktionsbündnisses „Weiden ist bunt“ und Mitglied unseres Fördervereins).
Herr Prof. Alexander Fried, der dieses Jahr am Holocaust-Gedenktag (21.Januar 2010) als Holocaust-Zeitzeuge für unsere Schüler in einem Vortrag sein Schicksal geschildert hatte, hat uns dazu herzlich eingeladen und hielt die Festansprache.

Marienbad 2010

Marienbad 2010

Marienbad 2010

Marienbad 2010

Rede von Professor Alexander Fried
am 10. Nov. 2010
zur Einweihung des Gedenksteins an die Synagoge von Marienbad

In dieser vergangenen Zeit, als der Mensch dem Menschen noch nahe war, als Freigebigkeit eine Selbstverständlichkeit war, als die Geschäfte blühten und als kluge Greise am Schabat den Kindern von unserer Jahrtausendealten Weisheit sprachen.
Wenn ich die Augen schließe, sehe ich unter den Marienbader Frauen auch meine Mutter, wie sie, ihr Gesicht beleuchtet von den Kerzen, mit geschlossenen Augen das Tuch über dem Kopf mit leisen Worten den Schabatsegen spricht.

Am 9. November 1938 war diese Welt mit einem Schlag zu Ende. Mit dem Fanal der Progromnacht, der auch diese Synagoge zum Opfer fiel, begann die systematische Vernichtung der europäischen Juden.
Auch meine Mutter entging dem gewaltsamen Tod in Auschwitz nicht. Ich habe die Schrecken von Lager und Todesmarsch überlebt.
Dennoch bin ich überzeugt, dass Liebe über Hass dominieren sollte. Hass vernichtet.
Hier in Marienbad, berühmt durch seine heilsamen Quellen, gebe ich die Botschaft von Liebe und Versöhnung weiter, die mir meine Mutter vermittelte.
Möge also dieser Gedenkstein zum Meilenstein auf dem Wege zu einer besseren Zukunft werden.

Ich bin nicht gestorben, sondern ich lebe, um zu verkünden G`ttes Werke, so wie es in Psalm 118 Vers 17 und auf diesem Stein geschrieben steht. Das Leben allein ist ein Wunder und es ist wichtig, sich dieses Wunders bewusst zu werden.
Das ist eigentlich der Sinn der uralten Rituale, die an dieser heiligen Stelle verrichtet wurden, am Freitag, wenn die Sonne unterging und der Schabat mit Freude und Demut begrüßt wurde.

Und deswegen sollten wir alle, die sich heute hier versammelt haben, an dem Ort, an welchem noch immer die Worte und Lobeslieder in der einst wunderschönen Synagoge vibrieren, in Ehren gedenken im Sinne einer globalen Versöhnung.