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Birne einschalten für den Klimaschutz

Zwei Techniker setzen auf innovative Solartechnologie

Zwei Schüler der FOS/BOS setzen ein Zeichen für den Klimaschutz – nicht durch Protest, sondern durch Birne einschalten. Mit einer innovativen Lösung tragen Aram Fähnrich und Maximilian Seiler zur effizienten Nutzung der Sonnenkraft bei.

Der 18-jährige Aram Fähnrich aus Weiden ist ein Bücherwurm und spielt in seiner Freizeit Tennis. Auch Maximilian Seiler verbringt nach der Schule viel Zeit auf dem Tennisplatz. Zudem hat der 16-jährige Amberger eine Schwäche für Drohnen. In den letzten Wochen blieb den beiden Schülern der FOS/BOS Weiden für ihre außerschulischen Aktivitäten nur wenig Zeit. Der Grund: ein zukunftsweisendes Forschungsprojekt, mit dem die beiden Tüftler der Ausbildungsrichtung Technik bei „Jugend forscht“ durchstarten wollen.

Beim Thema Klimaschutz ist sich das Forscherduo einig: „Nur durch Protest werden die Klimaziele nicht erreicht.“ Ihre Lösung: Birne einschalten und aktiv etwas für den Ausbau regenerativer Energien tun. „Ursprünglich hatten wir vor, eine Solarzelle zu verbessern. Schlussendlich haben wir uns dann für die Optimierung des ‚Äußeren‘ eines Solarmoduls entschieden“, beschreiben die beiden Elftklässler den Ausgangspunkt ihres Projektes. Das Ergebnis ist eine Solaranlage im Miniformat, mit der das Duo drei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Ihr Solarmodell wird automatisch bewegt, besitzt eine Belüftung zur Kühlung der Solarzellen im Sommer und speichert die Energie in einer umweltfreundlichen Salzwasserbatterie.

Doch der Clou an dem Modell ist die von den beiden Tüftlern verbaute Steuerung, die für die automatische Drehung der Solarmodule verantwortlich ist: „Unser Solartracker unterscheidet sich von anderen Systemen durch das Finden der Sonne. Während herkömmliche Suntracker die Sonne mit Lichtsensoren suchen, hat unser Modell eine Art Mini-Computer, der den Stand der Sonne am Himmel ausrechnet. Den Standort und die Zeit bekommen wir durch ein GPS-Modul“, erklärt Maximilian Seiler die aufwendige Konstruktion. Da sich die Solarzellen immer im rechten Winkel zur Sonne ausrichten, lässt sich die Sonnenkraft besonders präzise und effizient nutzen.

Die Entwicklung und Realisierung des optimierten Suntrackers hat den beiden Jungforschern viel Energie und Zeit gekostet. „In die Programmierung des Microcontrollers haben wir unendlich viele Stunden investiert“, sagt Aram Fähnrich. Auch beim Bau der Hardware wurde den Jungs nichts geschenkt. Die Teile, die es standardmäßig nicht gab, mussten sie selbst entwerfen und mit dem schuleigenen 3D-Drucker produzieren. Trotz Tüftelei und Kopfzerbrechen brennen die zwei Schüler der FOS/BOS Weiden noch immer für ihr Projekt: „Die Forschung zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist genau unser Ding, denn schließlich hängt die Zukunft unserer Generation von dieser Thematik ab.“

Jetzt hoffen die beiden Nachwuchstüftler auf eine gute Platzierung beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“, für den sie sich als Regionalsieger im Fachbereich Technik qualifiziert haben. Die Konkurrenz ist groß: Unter dem Motto „Mach dir einen Kopf“ trifft sich die junge Forschungselite Bayerns. Von 10. bis 12. April präsentieren rund 70 Gruppen und Einzelforscher ihre Projekte in Vilsbiburg.

Text und Fotos: Silke Winkler
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