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Skurriles Spektakel auf der Bühne der FOSBOS

Schultheater inszeniert einen russischen Klassiker

Wenn das Schauspielensemble der FOSBOS Weiden zum Theater einlädt, ist ein volles Haus garantiert. Rund 250 Besucher kamen in die Aula der Schule und erlebten eine geniale Inszenierung eines russischen Klassikers für die es am Ende viel Jubel und Applaus gab.

Worum es in Anton Tschechows „Kirschgarten“ geht, ist schnell erklärt. Eine russische Adelsfamilie befindet sich in einer finanziell ausweglosen Situation, aus der sie nur entkommen kann, wenn sie ihren geliebten Kirschgarten verkauft.

Um das handlungsarme Stück ein wenig voranzutreiben, hat sich die Theatergruppe der FOSBOS Weiden einiges einfallen lassen. Völlig neu war beispielsweise die Perspektive, aus der die Handlung erzählt wurde. Das Dienstpersonal übernahm die Rolle der Berichterstattung und machte dem Publikum klar, dass die russische Adelsfamilie an ihrem Untergang selbst schuld war. Die kritischen Statements wurden von oben gefilmt und über der Bühne live übertragen. Ansonsten kam die Inszenierung ohne viele Requisiten und Schnickschnack aus. Gespielt wurde ausschließlich im Kirschgarten, einem Gemenge aus getrocknetem Laub und Totholz. Dort fühlten sich die Schauspieler sichtlich wohl. Souverän und gekonnt spielten sie ihre Rollen als Müßiggänger, Träumer, Versager, Aufsteiger und Menschen mit einem gestörten Verhältnis zur Realität. Doch während der eineinhalbstündigen Aufführung überzeugten die Schüler nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Geräuschemacher, Klangerzeuger und Tänzer in skurrilen Szenen.

Text und Fotos: Silke Winkler
 
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