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Geschichte in Mödlareuth

Schöne Grüße von Thüringen nach Bayern…

 Mit diesem Gruß wurden die Klassen F11Ia sowie F11Ib und B12T im Freigelände des Deutsch-Deutschen Museums in Mödlareuth empfangen. Die Verwunderung über diese Begrüßung war zunächst groß, da sich die Schüler und der Rundgangsleiter der Gedenkstätte direkt gegenüberstanden und sich dabei alle nicht an einer „typischen“ Grenze zwischen zwei Bundesländern, sondern mitten in dem kleinen Dörfchen Mödlareuth befanden. Doch die gut 40 Einwohner Mödlareuths müssen im Alltag viel Geduld haben, denn nicht nur die Schüler der FOSBOS Weiden, sondern rund 80.000 bis 90.000 Besucher strömen pro Jahr durch die schmalen Gassen ihres kleinen Ortes, der idyllisch ein wenig abgelegen in der Nähe der Stadt Hof liegt. Was jedoch geschichtsbegeisterte Besucher anlockt, ist die besondere Vergangenheit des Dorfes. Durch die deutsch-deutsche Teilung im Jahr 1945 wurde Mödlareuth in der Mitte geteilt und der sowjetischen sowie der amerikanischen Besatzungszone zugesprochen. Nach der Gründung der DDR fanden sich die Einwohner allerdings in zwei unterschiedlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systemen wieder, bis schließlich der Bau der Mauer sowohl das Dorf als auch Nachbarn, Familien und Freude jahrzehntelang voneinander trennte.

Die Schülerinnen und Schüler hatten vor Ort die Gelegenheit, sich auf Spurensuche der deutsch-deutschen Teilung zu begeben. Dabei wurde eine alte Grenzschutzanlage der DDR besichtigt sowie eine geglückte Flucht eines Mödlareuthers aus der DDR mithilfe einer Stasi-Akte erarbeitet. Zudem hatten sie auch die Gelegenheit, persönliche Anekdoten und Geschichten der Einwohner des Dorfes zu erfahren – so zum Beispiel das Schicksal zweier Brüder, die durch den Bau der Mauer voneinander getrennt wurden. Obwohl ihre Häuser nur ein Fußweg von wenigen Minuten trennte, nahmen sie während der Zeit der deutsch-deutschen Teilung einen Weg von 40 bis 80 Kilometern auf sich, um sich wenigstens ein paar Stunden sehen zu können. Erst nach vielen Jahrzehnten wurden die Mödlareuther wieder zu einer Dorfgemeinschaft, die nun ihre besondere Geschichte an interessierte Besuchergruppen weitergeben.

Text und Fotos: Marina Schmidt
 
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