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Schlecht gesehen aber viel gelernt

Die FOSBOS auf Nachtwanderung im Wald

In der Nacht sind nicht nur alle Katzen grau, sondern auch alle Bäume, Gesichter und Wege. Schlimmer noch, die Konturen verschwimmen und man kann kaum mehr etwas erkennen. Es war also nicht verwunderlich, dass die Nachtwanderer und Nachtwanderinnen mehr als einmal den richtigen Weg verfehlten und dabei aber gleichzeitig voll und ganz richtig lagen: Denn nur wenn man sich mal traut, den sonst so dominanten Sehsinn auszuschalten, ist man offen für andere Eindrücke und Erlebnisse.

Und so bedauerte keiner der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass die Blätter, die man am Anfang der Tour noch mithilfe einer kleinen Bestimmungshilfe gut den Baumarten zuordnen konnte, schon nach einer halben Stunde gar nicht mehr als bunt zu erkennen waren. Denn die Dunkelheit entschädigte einen schnell mit intensiven Eindrücken für Ohr, wie dem Rauschen der Pappeln, dem geräuschvollen Wogen der Ahornbäume im Wind und mit einer geschärften Wahrnehmung.

Jeder Tritt auf nassem, unebenem Waldboden wurde zu einem kleinen Wagnis und ein paar Meter musste man sich auch allein durch Dickicht wagen. Die Magie des dunklen Waldes rund um die Kapelle an der heiligen Staude war aber auch perfekt dafür, ein paar Geschichten zu lauschen… seien es Märchen aus den Kindertagen, eine Geschichte aus der Perspektive eines Wildschweins oder den eindrücklichen Erzählungen der Walderlebnisse der anderen. Damit alle Sinne auch voll auf ihre Kosten kamen, gab’s in einer natürlich entstandenen Laube des zukünftigen Schulwalds gewürzten warmen Apfelsaft und Walnüsse. Gestärkt durch die intensiven Eindrücke, konnten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer diese harten Nüsse am Ende ganz ohne Hilfsmittel mit der Hand knacken und bewusst verzehren. Oder war das vielleicht gar nicht die neu gewonnene Stärke, sondern Magie von Juliana Dotzler?

Text: Verena Bauer, Teilnehmende Lehrkräfte/Fotos: Verena Bauer, Stefan Frank, Juliana Dotzler

 

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